Bronzeplastiken
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Bildhauer Jo Ramakers

stellt das Licht und das Leben dar

 

Dem Auftrag, in Skulpturen das Leben aufrechtzuerhalten, weiß auch Jo Ramakers sich verpflichtet. Weil er stark mit der Welt verbunden ist, in der er lebt, und bestimmt kein Bewohner eines Elfenbeinturms ist, sah er die Möglichkeit seine Skulpturen für eine Gemeinschaft dienstbar zu machen, die sich in plastischen Formen bestätigt sehen will.

Vor allem schöpfend aus einer organischen Formenwelt, mit der Intention das Unsichtbare sichtbar zu machen, ist ein Oeuvre entstanden, das sich in der Regel strahlend manifestiert. Skulpturen mit Häuten, die Hochglanz poliert sind und so viel Licht bekommen, Licht, das die geschlossene Masse in Bewegung setzt, die Skulptur ein Spiel der Veränderlichkeit spielen läßt.

Jo Ramakers ist ein Bildhauer, der in seinem Werk nach Verfeinerung strebt. Aber auf der Suche nach Schönheit ­"a thing of beauty is a joy forever" kommt er doch immer wieder zu der Natur, die ihm vitale Formen verschafft. Formen, die er in seinen Skulpturen ein eigenes Leben führen läßt, in einer eigenen konzentrierten Beschaffen­heit: Skulpturen, die Trost für die Augen spenden können.

Auf diese Weise wird auch Jo Ramakers immer wieder von der Natur und der Welt, die ihn umgeben, inspiriert. In einem andauernden Dialog mit der Natur lernte er die Prinzipien kennen von Rhythmus und organischem Wachstum, Bewegung und Gegenbewegung, Harmonie und Kontrast.

Sein großes Vorbild in dieser Hinsicht ist der englische Bildhauer Henry Moore, der mal sagte: "Man soll Skulp­turen auch vom Innern nach außen betrachten. Was ich gerne in meinen Skulpturen festlegen will, ist eine Kraft, eine lebendige Spannung vom Innern aus, sodaß man das Gefühl hat, daß die Form hinausgepreßt wird".

Jo Ramakers stammt aus einer Familie von künstlerischen Handwerkern. Namhaft in Geleen war das Atelier seines Großvaters: ].W: Ramakers & Söhne, Entwerfer und Hersteller von Kirchenmöbeln in alten Stilen; Holz- und Marmorskulpturen, gemalte und plastische Kreuzwege, und so weiter. "Sonderbearbeitung für die Länder in Übersee", so annoncierte die Firma. Nicht unerwähnt blieb die Krönung mit dem Grand Prix, mit Ehrenkreuz und Goldmedaille, auf der Internationalen Ausstellung von Kirchenkunst in Herzogenbusch (Den Bosch) im Jahre 1909.

Wenn auch der alte Ramakers noch an strenge kirchliche Normen gebunden war, da er in der Zeit des "reichen katholischen Lebens" lebte und arbeitete, kann der junge Ramakers in seiner Kunst viel freier atmen. Aber auch er soll Regeln und handwerklichen Forderungen ent­sprechen, um die Formenstrenge zu erreichen, nach der er, wie er sagt, strebt. "Ich bin der Meinung, daß in der Kunst der Gegenwart eine sehr unterschiedliche Formgebung möglich ist, vom Figurativen bis zum voll­kommenen Abstrakten. Ein Kunstwerk ohne Phantasie ist langweilig; ohne eine Formidee ist es chaotisch".

So, im Geiste spiritueller Reflexion, kann Jo Ramakers zurückblicken auf ein Oeuvre, das, schöpfend aus vielen Formen der modernen Bildhauerkunst und aus dem biologisch-organischen Vokabular der Natur, mit einem Platz unter den Menschen rechnen kann, in sowohl dem privaten als auch dem öffentlichen Raum.

Im öffentlichen Raum arbeitet er vorzugsweise mit erkennbaren, im Volksgeist entstandenen Formen, die zu Wiedererkennung führen, von Dienstbarkeit zeugen und Anklang finden.

Im Werdegang von Jo Ramakers sind seine technische und künstlerische Ausbildung deutlich erkennbar, ohne daß sie sich im Wege gewesen sind.

Bewegung fasziniert ihn, und es ist denn auch kein Wunder, daß er auf die Spur der Tanzkunst gesetzt wurde, die als Inspirationsquelle für einige Bewegungs­studien diente. Ein Versuch, die räumliche Leichtigkeit von Tänzern in einer plastischen Formensprache sichtbar zu machen. Tänzer kommen ihm vor wie Lichtwesen, die in Vogelflug ihr Ziel finden, denn will nicht jeder Tänzer sich von der Erde lösen und die Schwerkraft über­winden?

Diese Neigung nach Leichtfüßigkeit, die auf Verlangen nach Harmonie beruht, gibt es auch in den neueren Werken von Jo Ramakers. In den letzten Jahren sind seine Skulpturen viel weniger schwer geworden, sie verhalten sich tatsächlich viel leichtfüßiger, eleganter, sagen die Betrachter auf seinen Ausstellungen.

Dieser Geist von Verinnerlichung ist auch der Patina seiner Skulpturen zugutegekommen. Das grelle Grün von früher machte Platz für eine weiche, besinnliche Patina von Braun, Grün und Ocker. 'Während meiner Experimente mit verschiedenen Metalloxyden bin ich zufällig auf diese weiche Patina gekommen. All meine neuen Plastiken, jedenfalls die nicht so glatt polierten Plastiken, werden jetzt mit dieser weichen Patina ver­sehen", so sagt der Bildhauer.

Die Plastiken von Jo Ramakers haben überwiegend mit der Natur zu tun. In der Natur entdeckt er Urformen des Lebens, die er in konzentrierten Skulpturen weniger sichtbar macht als wohl zum Ausdruck kommen läßt. Während er nicht durch zufällige Erscheinungsformen gestört wird, versucht er die Dinge so kernig wie möglich darzustellen, erpicht auf Skulpturen, die ein eigenes Leben führen werden, aber die doch immer wieder Zeichen der Wirklichkeit sind, in der wir leben, eine Wirklichkeit, die, wie wir wissen, dauernd in Bewegung ist.

Von dieser Erkenntnis - Licht ist Leben, Leben ist Licht - ist Jo Ramakers durchdrungen.

Willem K. Coumans

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